WQ4

Faktor 1: Wohnen, Wohnumfeld und Arbeit

WohnQuartier4 setzt sich für vielgestaltige, barrierefreie und bezahlbare Wohnangebote ein, die ein individuelles, gemeinschaftliches und betreutes Wohnen ermöglichen und für eine soziale Durchmischung und Vielfalt der Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier sorgen. Es gilt, für barrierearme Wege und Straßen zu sorgen, für eine gute Anbindung an den ÖPNV, für attraktive Plätze und gestaltbare Freiräume. Mobilität und Begegnung der Bürgerinnen und Bürger sowie eine inklusive öffentliche Infrastruktur (z. B. Bildung, Beratung, Kultur, Sport, Gesundheit, Pflege) gewährleisten eine gute Versorgung, soziale Teilhabe sowie Unterstützung und Sicherheit im Nahbereich. Inklusive, sinnstiftende, ökologisch verträgliche, quartiersnahe Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten sind ein wesentlicher Beitrag zur eigenständigen und ganzheitlichen Lebensführung.

 

Faktor 2: Gesundheit, Service, Pflege - Wohlbefinden

Eine gesundheitsfördernde, sich an den Prinzipien der Salutogenese orientierende Umfeldgestaltung (Schutz vor gesundheitlichen Belastungen, wohnungsnahe Angebote für Bewegung, Begegnung, Teilhabe, Selbstwirksamkeit, Entschleunigung und Achtsamkeit) erweist sich als hilfreich sowohl für eine positive individuelle als auch gesellschaftliche Entwicklung. Zudem sind individuell abrufbare und bezahlbare „Sorgenetze“ (Gesundheits-, Beratungs-, Betreuungs- und Pflegeangebote, Angebote bei Demenz, zur Assistenz, zur Alltags- und auch zur Sterbebegleitung) zu erhalten oder zu entwickeln und zu fördern. Weil Selbsthilfeinitiativen Widerstandsfähigkeit und Regeneration stärken, gehört auch ihre Unterstützung zu den Aufgaben von Quartiersentwicklung. Ebenso stellen der Aufbau bzw. die, in der die Bewohnerinnen und Bewohner einander aufmerksam, sensibel und wertschätzend wahrnehmen, wichtige Aufgabenbereiche in der Quartiersentwicklung dar.

WohnQuartier4 arbeitet mit einem weiten Gesundheitsbegriff. Das bedeutet: In der Quartiersentwicklung stehen nicht nur die Infrastruktur für Gesundheits-, Service- und Pflegeleistungen im Fokus sondern auch Konzepte aus unterschiedlichen Fachgebieten, die Ideen und Lösungen für Fragen zum Gesundbleiben und Gesundwerden von Bewohnerschaft und Quartier bereitstellen (z.B. Ökologie, Klimaforschung, Friedensforschung, …). Schwerpunkte der Zusammenarbeit bilden die soziale Vorsorge sowie die Implementierung und Weiterentwicklung des Konzepts der Sorgenden Gemeinschaft.

 

Faktor 3: Partizipation, Kommunikation und Selbstorganisation

Bei allen relevanten Planungen im Quartier muss es für alle Beteiligten Mitentscheidungs-, Mitwirkungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten geben. Dabei können Instrumente wie aktivierende Befragungen, Community Organizing, Zukunftswerkstätten u. v. m. genutzt werden. Die Beteiligungs- und Kommunikationsformen sind niederschwellig und lebensweltnah auszurichten, so dass sie niemanden – etwa wegen intellektueller, körperlicher, sprachlicher, kultureller oder sozialer Voraussetzungen – ausschließen. Attraktive Begegnungs- und Gestaltungorte und die Nutzung öffentlicher Räume für bürgerschaftliches Engagement oder nachbarschaftliche Aktivitäten (z. B. Urban Gardening, Repair Cafés, Offene Werkstätten) tragen zu aktiver Beteiligung ebenso bei wie ein verantwortungsvolles Quartiersmanagement, eine gute Moderation und die Fortentwicklung von Netzwerken.

 

WohnQuartier4 lebt von gemeinsamen/demokratischen Entwicklungsprozessen und einem Miteinander auf Augenhöhe. Transdisziplinäre Arbeit wird groß geschrieben. Faktor 4 steht für innovative Kommunikations- und Konfliktlösungsmodelle und die Entwicklung neuer Verantwortungsrollen für hauptamtlich und freiwillig Engagierte in der Quartiersarbeit. Wichtig auch: der gemeinsame Aufbau von (Selbst-)Organisations-, Mitwirkungs- und Vernetzungsstrukturen sowie die Entwicklung von Konzepten für deren Verstetigung.

 

Faktor 4: Bildung, Kunst, Kultur und Spiritualität

Ein inklusives, beziehungsorientiertes, kultur-, milieu- und generationenübergreifendes Angebot im Bereich von Bildungs-, Weiterbildungs- und Kulturarbeit wird notwendige gesellschaftliche Transformationsprozesse im Nahbereich befördern . Die Öffnung von Kulturinstituten, Museen und Schulen sowie Räumen der Religionsgemeinschaften als kreative Begegnungs- und Lernorte wirkt belebend und setzt Impulse, die von den Bewohnerinnen und Bewohnern aufgenommen werden können. So findet neben individuellem und sozialem Lernen auch „institutionelles“ Lernen einen Ort. Es gilt, eine positive Haltung zu fördern, die alle einbezieht, niemanden ausschließt und Vielfalt wertschätzt. Vielfältige Räume für spirituelle Erfahrungen, die Kirche und Diakonie in besonderer Weise fördern können, sind zu erschließen und zu nutzen. Spiritualität gilt es, als Ressource auch zur Bearbeitung existenzieller Fragen einzubringen. Die Sinnhaftigkeit eigenen Handelns sowie der Prozesse im Quartier muss kognitiv und affektiv erlebbar sein. Modelle wie WohnSchulen oder Keywork-Arbeit haben sich hier bereits mehrfach als Angebote zur gemeinsamen Zukunftsgestaltung bewährt.

Bildung, Kunst und Kultur sind wertvolle Wirkgrößen in der Quartiersarbeit. Museen, Theater, Bibliotheken, Opernhäuser, Kleinkunstbühnen, Musikschulen und andere spannende Orte bieten vielfältige Gestaltungsräume und wertvolles „Material“, das für innovative Entwicklungsprozesse bestens geeignet ist: Inspiration, künstlerische Konzepte, Denkanstöße, Zukunftsvisionen, kreative Methoden, Erfahrungswissen aus vielen Sparten. WohnQuartier4 entwickelt und erprobt innovative Bildungsformate und Handlungskonzepte, die das Miteinander der Generationen, Kulturen und Milieus in den Stadtteilen und Nachbarschaften beleben, stärken und fördern (z.B. Keywork-Konzept, Wohnschule, Herzenssprechstunde). Kooperationspartner sind freischaffende Künstler, Schulen, Hochschulen, Akademien und Einrichtungen der kulturellen und spirituellen Bildung.

 
 

Herzenssprechstunde

Herzenssprechstunde: ein kreatives Kulturprogramm, das Menschen aller Generationen, Kulturen und Milieus dazu anregt, sich mit Herzensangelegenheiten und Herzenssachen zu beschäftigen. Was tut meinem Herzen gut? Was lässt mein Herz höher schlagen? Was liegt mir – in meiner Nachbarschaft und meinem Stadtteil  - am Herzen? Welche Herzenswünsche will ich mir und anderen erfüllen?  Das Programm ermutigt und aktiviert die Teilnehmenden zu (Mikro-)Projekten in ihrem  nachbarschaftlichen Umfeld; es wird bisher in Arztpraxen, Ateliers,  Museen, Schulen, Mehrgenerationenhäusern und Gemeinden angeboten. 

Wohnschule

Wohnschule: ein vielfältiges Bildungs- und Kulturprogramm, das Menschen aller Generationen bei der Suche nach der geeigneten Wohnform unterstützen will. Die Wohnschule wendet sich an Menschen in Stadt und Land; sie bietet Informationsveranstaltungen, Exkursionen,  Workshops, Beratung und Begleitung von Wohnprojekten und vermittelt konkrete Handlungskonzepte  und Veränderungsstrategien.  Themenschwerpunkte: Quartiersentwicklung, Nachbarschaftsarbeit und Nachbarschaftskultur, Vorbereitung auf das Wohnen im Alter, Wohnen und Ökologie.

 

Kulturführerschein

Kulturführerschein:  ein buntes Kulturprogramm für Kulturbegeisterte und  Kulturmuffel, das Lust auf selbstorganisierte Kulturprojekte machen will und in kreativen Workshops an inspirierenden Orten (Museum, Theater, Kino, Landschaftspark usw.) das entsprechende Handwerkszeug dafür vermittelt. Das Programm gibt einen Überblick über attraktive Kultureinrichtungen vor Ort, bringt Menschen mit gleichen Kulturinteressen zusammen und  stellt Kontakte zu Kulturschaffenden und Kooperationspartner*innen her.

 

Nachbarschaftskultur

Nachbarschaftskultur: Der WQ4-Verein hat einen Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Förderung der Nachbarschaftskultur  gelegt. Da, wo sich Kulturarbeit, Bildungsarbeit und Sozialarbeit überschneiden werden traditionelle Ansätze beleuchtet, neue Formate entwickelt, Netzwerke geknüpft  und ungewöhnliche Kooperationsformen erprobt. Im Mittelpunkt steht die Suche nach spannenden, zukunftsfähigen Konzepten zur Stärkung des Miteinander: in Hausgemeinschaften, Nachbarschaften und Quartieren.

 

Erfahrungswissen für Initiativen

Geteilte Erfahrungen verleihen Flügel!Mit dem Abschied vom Berufsleben, lange ersehnt oder auch gefürchtet, stehen Menschen voreinem neuen Lebensabschnitt, der den sozialen Bezugsrahmen, das Selbstbild, das ganze Lebensmodell (radikal) verändern kann. Auch Langzeitarbeitslosigkeit, Krankheit, Frühverrentung oder der Auszug der Kinder erzeugen nur zu oft ein Gefühl der Leere und des Ausgegrenzt-Seins. Dabei bietet die Lebensphase gerade jetzt die Möglichkeit, frei von Rollenzwängen und Leistungsdruck, die eigene Vielfalt leben und gleichzeitig sich mit anderen für sich selbst, für andere zu engagieren. Gesucht sind Menschen, die als MultiplikatorInnen tätig sein wollen. Entfalten.Im freiwilligen Engagement gelten andere Regeln als im beruflichen Alltag. Die Menschen, die sich für ein Engagement interessieren werden in 8 Seminartagen auf ein bürgerschaftliches Engagement durch Fachreferentinnen und Fachreferenten vorbereitet. Dabei werden folgende Fragebereiche erarbeitet. •Was bewegt Dich gerade? •Was lässt Du zurück? •Welche Schätze an Können, Wissen•und Lebenserfahrung trägst Du in dir? •Mit welchen Menschen möchtest Du diese teilen? •Was möchtest Du weitergeben?•Was willst Du noch ausprobieren?•Was willst Du bewegen?•Was ist Dir eine Herzensangelegenheit?Das EFI-Programm möchte Menschen dabei helfen, ihr Erfahrungswissen in bürgerschaftliches Engagement einzubringen, um damit an der Gestaltung unserer Zukunft mitzuarbeiten .

 
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